Infos MM- / MC-Systeme und Rauschen
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MM- und MC-Systeme
Die Unterschiede in Technik und Rauschen
Es soll hier nicht auf Einzelheiten eingegangen, sondern nur ein grundlegendes Verständnis vermittelt werden.

Eine Tonabnehmernadel hat die Aufgabe, die akustischen Informationen der Schallplatte in ein Tonsignal umzuwandeln. Es wird Bewegungsenergie in elektrische Energie umgewandelt. Das geschieht in heutigen Tonabnehmern in der Regel auf zwei verschiedene Arten.

1. Die Nadel bewegt einen Magneten in einer feststehenden Spule (Moving-Magnet = MM).
2. Die Nadel bewegt eine Spule in einem feststehenden Magneten (Moving-Coil = MC).

Beide Varianten erzeugen in der Spule eine der Nadel-Bewegung entsprechenden Wechselspannung, die dem Tonsignal entspricht. Dabei soll die Umwandlung möglichst naturgetreu (linear) sein.
Die größte Beachtung wird daher den Verlusten geschenkt. Daher sollte die Nadel eine möglichst geringe Masse bewegen, bei größtmöglicher Effizienz der Energieumwandlung.
Anfangs wurde das MM-System am meisten eingesetzt. Später wurde das MC-System verfeinert, bei dem die Nadel eine geringere Masse zu bewegen hatte, als beim MM-System, da Spulen leichter sind als Magneten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sollte diese Variante den besseren Klang versprechen.
Der Nachteil eines MC-Systems ist aber die geringere Ausgangsspannung von ungefähr dem Zehntel eines MM-Systems, was somit eine höhere Anforderung an die Verstärkerelektronik stellt.

Bis heute haben sich MC-Systeme mehr durchgesetzt, obwohl das kaum jemand so richtig begründen kann, denn es gibt einige MM-Systeme, die immer noch zu den Spitzen-Tonabnehmern zählen.


Die elektrischen Unterschiede
Ein MC-System verursacht im Vorverstärker prinzipbedingt ein höheres Rauschen, als ein MM-System.
Dazu muss die Rauschproblematik einer Verstärkerstufe betrachtet werden.
Die Skizze rechts zeigt, wodurch das Rauschen entsteht. Der Kreis bedeutet das verstärkende Bauteil, egal ob Transistor oder Röhre.
R-IN bedeutet das sog. Eingangsrauschen des aktiven Bauteiles an seinem inneren Widerstand.
R-Q bedeutet das externe Widerstandsrauschen. Dieser Widerstand setzt sich aus der Parallelschaltung des Innenwiderstandes der Signalquelle (Quellwiderstand) und einem in der Schaltung eingebauten tatsächlichen Widerstand von Signal gegen Masse zusammen.
Das Rauschen von R-IN ist ein bauteilespezifischer Wert, der um den Verstärkungsfaktor der Schaltung am Ausgang erhöht auftritt. Daraus folgt: je höher die Verstärkung, desto höher die Rauschspannung am Ausgang. Daher sollte das Signal eine möglichst hohe Spannung besitzen, um einen möglichst großen Abstand zum Rauschen zu haben.
Das Rauschen wird aber auch im Wesentlichen vom Widerstandsrauschen des Quellwiderstandes bestimmt. Wird der Eingang kurzgeschlossen, bleibt nur noch das Eingangsrauschen R-IN übrig, weshalb Verstärkerstufen mit kurzgeschlossenem Eingang am geringsten rauschen. Steigt R-Q, bestimmt dieser mehr und mehr den Rauschpegel.
Auf Tonabnehmersysteme übertragen bedeutet dies folgendes.

Der Verstärkungsfaktor eines MC-Vorverstärkers muss durchschnittlich 10-fach höher sein, als der eines MM-Vorverstärkers. Das würde eine 10-fach (20dB) höhere Rauschspannung am Ausgang verursachen. Da aber der Innenwiderstand eines MC-Systemes wesentlich geringer ist, als der eines MM-Systemes (ca ein Hundertstel), sinkt der Rauschpegel gleichzeitig um das ca. 3-fache wieder ab, wodurch sich ein tatsächlicher Rauschanstieg von ca. 3- bis 4-fach (10dB) ergibt. Der Grund ist, dass ein Tonabnehmer letztendlich immer in etwa die gleiche Energie liefert.
Steigt die Spannung, steigt der Innenwiderstand im Quadrat. Leistung = U2 / R.
Wenn ein MC-System prinzipbedingt klanglich besser sein soll, als ein MM-System, so stehen dem die höheren Anforderungen an die Verstärkerelektronik gegenüber.

Geringere Spannung bedeutet mehr Rauschen. Höhere Verstärkung bedeutet mehr Verzerrungen.

Nach der Betrachtung dieser Zusamenhänge kann man zu folgendem Schluss gelangen:
Der Vorteil eines MC-Systemes kann durch die Nachteile der Elektronik wieder aufgehoben werden. Hat man die Wahl zwischen einem MC- und einem MM-System, die klanglich völlig identisch sind, so versteht es sich von selbst, dass man die unproblematischere Verstärkerelektronik bevorzugen sollte.